Basisrente (Rürup): Steuervorteil, Höchstbetrag 2026 und Nachteile
Stand: · Lesezeit ca. 4 Min. · Redaktion finanzen-2026.de

Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist ein Vorsorgeprodukt mit starkem Steuervorteil in der Ansparphase und strengen Regeln bei der Auszahlung. Sie lohnt sich vor allem für Menschen mit hohem Steuersatz, die langfristig und ohne Zugriff auf das Kapital vorsorgen wollen. Dieser Ratgeber erklärt, wie sie funktioniert, welcher Höchstbetrag 2026 gilt, wie du den Steuervorteil berechnest und welche Nachteile du kennen solltest. Wir informieren allgemein und geben keine individuelle Beratung.
Was ist die Basisrente?
Die Basisrente gehört wie die gesetzliche Rentenversicherung zur sogenannten Basisversorgung im Alter, der ersten Säule. Deshalb orientiert sich ihre Ausgestaltung an der gesetzlichen Rente. Nach den Angaben des Bundesfinanzministeriums müssen zertifizierte Basisrentenverträge insbesondere Folgendes vorsehen:
- eine monatliche, lebenslange Leibrente, die für ab 2012 abgeschlossene Verträge nicht vor dem 62. Lebensjahr beginnt,
- Ansprüche, die nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind.
Das bedeutet: Du kannst den Vertrag nicht kündigen und dir das Kapital nicht auszahlen lassen. Dafür sind die Beiträge steuerlich begünstigt.
Der Steuervorteil: Höchstbetrag 2026
Beiträge in die Basisrente kannst du als Sonderausgaben von der Steuer absetzen, bis zu einem Höchstbetrag. Für 2026 liegt er nach übereinstimmenden Angaben von Steuerportalen und Beratern bei 30.826 € für Alleinstehende und 61.652 € für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner. Er richtet sich nach dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung. Seit 2023 sind die Beiträge bis zu diesem Betrag zu 100 % absetzbar. Bei Arbeitnehmern zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) mit, sie verringern den noch nutzbaren Spielraum. Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherung können den Höchstbetrag eher ausschöpfen.
Rechner: Wie viel Steuer sparst du?
Vereinfachte Modellrechnung für Alleinstehende ohne weitere Vorsorgeaufwendungen, ohne Kirchensteuer, ohne Gewähr. Bei Arbeitnehmern mindern Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung den Spielraum unter dem Höchstbetrag. Die Rente wird später nachgelagert besteuert. Keine Steuerberatung.
Beispiel: Du zahlst 5.000 € im Jahr ein und hast einen Grenzsteuersatz von 35 %. Die Steuerersparnis beträgt vereinfacht 1.750 €, mit Solidaritätszuschlag rund 1.846 €. Dein Nettoaufwand sinkt entsprechend. Der Vorteil wächst mit dem Steuersatz. Er ist ein Steuerstundungseffekt, denn die spätere Rente wird versteuert.
Nachgelagerte Besteuerung: Das kommt später
Die Renten aus der Basisrente werden im Alter besteuert. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab und liegt für heutige Rentenjahrgänge bereits über 80 %. Er steigt für spätere Jahrgänge schrittweise weiter. Der Steuersatz im Alter ist oft niedriger als im Erwerbsleben, das ist aber nicht garantiert. Wer im Alter hohe Einkünfte hat, zahlt mehr.

Für wen lohnt sich die Basisrente?
- Selbstständige und Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz.
- Menschen, die auf das Kapital nicht zugreifen müssen und bewusst eine zusätzliche Rente aufbauen wollen.
- Wer die Förderung des Altersvorsorgedepots nicht nutzen kann oder zusätzlich vorsorgen möchte.
Die Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Hohe Steuerersparnis in der Ansparphase | Kein Zugriff auf das Kapital, keine Kündigung |
| Lebenslange Rente möglich | Nicht vererbbar, nicht beleihbar |
| Auch für Selbstständige geeignet | Rente wird nachgelagert besteuert |
| Auswahl auch fondsgebundener Varianten | Kosten und Konditionen je Anbieter unterschiedlich |
Basisrente oder Altersvorsorgedepot?
Die beiden Produkte lösen unterschiedliche Aufgaben. Das Altersvorsorgedepot (ab 2027) bietet Zulagen und etwas mehr Flexibilität, etwa Auszahlungsplan und Teilkapitalauszahlung. Die Basisrente bietet einen höheren Steuervorteil bei hohem Einkommen, aber keine Verfügbarkeit des Kapitals. Ein Wechsel von der Basisrente in einen Altersvorsorgevertrag ist laut BMF nicht vorgesehen. Prüfe daher vor Abschluss, welche Eigenschaften dir wichtig sind.
Wie wählt man einen Anbieter?
- Kosten: Abschluss-, Verwaltungs- und Fondskosten wirken über Jahrzehnte.
- Anlageform: Klassische Rentenversicherung oder fondsgebundene Basisrente mit ETFs.
- Rentengarantien: Garantiezeiten und Hinterbliebenenschutz sind optional und kosten Rendite.
- Flexibilität: Beiträge anpassen, aussetzen oder beitragsfrei stellen können.
- Unabhängige Beratung: Die Verbraucherzentralen bieten gegen Entgelt eine unabhängige Beratung.
Mehr Grundlagen findest du im Ratgeber Altersvorsorge. Wie sich frühes Sparen auswirkt, zeigt der Zinseszins-Ratgeber.
Häufige Fragen zur Basisrente
Wie hoch ist der Höchstbetrag 2026?
Nach übereinstimmenden Angaben 30.826 € für Alleinstehende und 61.652 € für Verheiratete, zu 100 % absetzbar. Bei Arbeitnehmern zählen die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung mit.
Kann ich mir das Geld auszahlen lassen?
Nein, die Basisrente zahlt nur eine monatliche Rente, frühestens ab 62 (für Verträge ab 2012). Eine Kapitalauszahlung ist ausgeschlossen.
Ist die Basisrente vererbbar?
Nein, die Ansprüche sind nicht vererblich. Hinterbliebenenschutz kann optional vereinbart werden und kostet Rendite.
Wird die Rente versteuert?
Ja, nachgelagert. Der steuerpflichtige Anteil hängt vom Rentenbeginn ab und liegt für heutige Rentenjahrgänge über 80 %.
Gibt es staatliche Zulagen?
Nein, die Förderung besteht nur im Sonderausgabenabzug. Zulagen gibt es beim Altersvorsorgedepot.
Für wen lohnt sich die Basisrente nicht?
Für alle, die auf das Kapital zugreifen müssen oder nur einen niedrigen Steuersatz haben. Dann überwiegen oft die Nachteile.
Stand: Oktober 2026 · allgemeine Informationen, keine Anlage- oder Steuerberatung. Der Höchstbetrag stammt aus Angaben von Steuerportalen und Beratern, nicht aus dem Gesetzestext, und die Regeln für Rentenbeginn und Besteuerung sind vereinfacht. Prüfe sie bei Bedarf mit einer Steuerberatung.


